Straßenkreuzung
9.12.2025
Ich habe eine Strassenkreuzung der Zukunft in einem Quilt dargestellt.
Der Quilt war hier auf dem Blog hin und wieder schon in Arbeit zu sehen. Den Quilt hatte ich in der Nähwoche unserer Quiltgruppe 2024 begonnen. Die Nähwoche ist dazu gedacht, an Quilts für die nächste Austellung zu arbeiten. Für die Ausstellungen haben wir uns jeweils vorher ein Thema überlegt. Die Themen haben wir üblicherweise am Anfang für uns behalten, deshalb hatte ich wenig vom Quilt hier auf dem Blog gezeigt. Nach der Nähwoche wurde in der Quiltgruppe erstmal diskutiert, ob das Thema so überhaupt interessant sei. Da hat es wenig Spaß gemacht, weiter am Quilt zu arbeiten. Irgendwann habe ich für mich beschlossen mir gefällt die Idee und der entstehende Quilt, den mach ich fertig. Aus der Quiltgruppe bin ich inzwischen ausgetreten, meine Quilts kann ich nun zeigen wann und wo ich möchte.
Idee:
Der Quilt soll eine Strassenkreuzung von oben darstellen. Eine Strassenkreuzung mitten in einer Großstadt, in der meine Wünsche für eine lebenswerte Stadt umgesetzt sind:
- breite Bürgersteige, auf denen keine Schanigärten den Platz verstellen, auf denen keine Autos mal eben parken dürfen
- breite Fahrradwege, auch auf diesen dürfen Autos oder Lieferwagen nicht mal eben parken und der Fahrbahnbelag ist glatt und eben und im Winter geräumt
- schmale, einspurige Autostreifen, die Autos dürfen nur langsam fahren, waghalsige Überholmanöver sind unmöglich wegen der schmalen Fahrbahn
- keine Autoparkplätze, in Japan, habe ich gelesen, ist Straßenrandparken verboten, das würde auch auf unseren Straßen viel Platz schaffen!
- Baumstreifen in der Mitte der Straße mit ausreichend Platz für große Bäume
Soweit die Vorstellungen, die ich in Stoff umsetzen wollte. Ich habe dann erstmal kurz recherchiert wie breit und lang sind wohl Fußgänger, Radfahrer und Autos? Wie breit sind heutige Straßen? Die Daten sollten nur eine ungefähre Orientierungshilfe sein, der Quilt sollte jetzt auch nicht alle Maße sprengen. Und natürlich soll der Quilt schön werden, ohne daß die Betrachter etwas von meiner Ausgangsidee wissen müssen.
Umsetzung:
- die selbstgefärbten Stoffe aus alter Bettwäsche erlauben keine ganz winzigen Stoffteilchen, so erwies sich manches als nicht umsetzbar
- die Hausdächer an allen vier Ecken werden dunkelgrau, sie sind unwichtig und sollen in den Hintergrund treten
- die Bäume werden grün (natürlich) und sind klein, denn große, schattenspendende Bäume würden die Sicht von oben verdecken
- der Belag der Kreuzung wird hellgrau, Fußgänger, Radfahrer und Autos im Kontrast dazu in bunten Farben, außer in grün. Ich wollte hier einen ganz klaren Unterschied zu den Bäumen haben
- Fußgänger werden Quadrate
- Radfahrer sind schmale Rechtecke, da laß ich mal zur Vereinfachung die Lastenräder etc außen vor
- Autos sind breite, lange Rechtecke, auch da habe ich nur eine Größe genommen, keine Liefer - oder Lastwagen
- Räder und Autos dürfen nicht abbiegen, die Darstellung war mir zu kompliziert.
- Bus und Straßenbahn fehlen leider, der Quilt wäre zu groß geworden. Unter der Erde sind selbstverständlich U-Bahnen!
Nach all den Berechnungen und Planungen, konnte das Nähen beginnen.
Nähen:
Erstmal habe ich lauter Quadrate zugeschnitten und zu einem Fußweg hingelegt. Das sieht doch schon ganz gut aus.
Wir wirken zu den wuselnden Farben der Fußgänger die großen Autostoffstücke und die grüne Baumreihe?

Wie üblich auf unseren Straßen habe ich Zebrastreifen genäht, da wo die Fußgänger die Straße überqueren können.

In die Zebrastreifen noch die bunten Stoffstücke für überquerende Fußgänger, Radfahrer und Autos zu nähen, war mir zu kompliziert, die habe ich dann auf das fertige Top mit Handstichen aplliziert.
Den Quilt habe ich mit der Maschine in parallelen Linien gequiltet mit meiner Haushaltsnähmaschine. Die hat leider immer wieder Stiche ausgelassen, wie man auf dem einen Detailfoto oben gut erkennen kann.

Ich habe endlos mit Fadenspannung und Nadeln rumprobiert, aber nichts hat geholfen. Bei der gefärbten Bettwäsche sind auch Laken dabei. Alte Laken sind sehr fest gewebt, da ist es sehr schwierig mit der Nadel durchzukommen. Ich war von den ausgelassenen Stichen enttäuscht, schob das aber auf die verwendeten Stoffe. Stattdessen mit der Hand zu quilten war keine Alternative, wenn schon die Nähmaschine nicht durch den Stoff kommt, ist das mit der Hand viel zu mühsam. In unserer Quiltgruppe hatten manche an solchen Stellen fürs handquilten Zangen benutzt, um die Nadel durchzuziehen. Später habe ich meine Nähmaschine dann doch zu unserem lokalen Nähmschinenflüsterer gebracht, der hat die Nadelstange ein wenig verschoben. Bei einem weiteren Quilt ließ die Maschine dann auch keinen Stich mehr aus.
Den Quilt habe ich nicht mit dem üblichen Binding beendet, es hätte einen Rahmen drumherum gesetzt, der eine Grenze darstellt. Das hätte zu diesem Quilt nicht gepasst. Ich habe ein Facing verwendet. Das ist ein Bindig, das komplett auf die Rückseite umgeknickt und dann festgenäht wird.
Der fertige Quilt
ist 155cm breit und 121cm hoch.

Für die Rückseite habe ein großes Stück weißen Stoff gelb gefärbt.

Ganz fertig ist ein Quilt erst mit meinen Initialen und dem Fertigungsjahr auf der Vorderseite.






Liebe Grüße, heike